Neue Musik im Ostseeraum
Verein für zeitgenössische Musik in Lübeck


POP HOVEN

Klaviertrios im Jazzstil, Tango Nuevo und Beethoven



Donnerstag, 28.05.26, 19.30 Uhr

Haus Eden
Königstraße 25


Wie kann man die beiden Erfolge des Klaviertrios Karolin Broosch, Daniel Sorour, Eberhard Hasenfratz nach den Konzerten in 2025 und 2023 noch toppen? Klaviertrios im Jazz-Stil - „Extreme Neuheiten“ schlug mit Neuentdeckungen wie David Baker und Daniel Schnyder in Lübeck ein wie eine Bombe. Dass das klassische Klaviertrio groovy spielen kann, aber auch einen Gegenpol in der zeitgenössischen Musik bietet, hat es in beiden Konzerten bewiesen: Maria Bulgakovas „Charms-Fragmente“ bildeten Expressionismus ab, mit Antonio Carlos Jobim wurde Bossa Nova mit ins Programm gebracht.
Das kommende Konzert „Pop-Hoven“ gibt wieder Raum, um die massive Bandbreite der drei zu zeigen.
Ludwig van Beethovens Opus 1 besteht aus drei Klaviertrios. Gleich als Erstling so eine frische und doch tiefgehende Fülle zu veröffentlichen, sucht bis heute seinesgleichen. Broosch, Sorour und Hasenfratz spielen das dritte dieser drei Jugendwerke in moderner und wenig ehrfürchtiger Herangehensweise und stellen es zeitgenössischen Neuentdeckungen gegenüber.
Jean-Charles Gandrille (*1982) komponiert frech und gerade heraus Werke für klassisches Kammerensemble und hält dabei seinen Diebstahl an Filmmusik, Minimal und Pop nicht hinterm Berg, indem er das Werk einfach „Pop-Trio“ nennt. Endlich sind wir im 21. Jahrhundert angekommen! Picasso sagte schon: „Gute Künstler kopieren, geniale Künstler stehlen.“ Mal sehen, ob wir in Zukunft mehr von Gandrille hören.
Um der Neuheit noch mehr Kante zu verleihen, hat sich das Trio die „Estaciones Porteñas“, die vier Jahreszeiten in Buenos Aires, von Astor Piazzolla vorgenommen. Die schroffe Härte der Gauchos trifft auf die weibliche Sanftheit die „Mann“ verzweifelt in den Hafenbordellen zu finden versuchte.
Die „Three Preludes“ von George Gershwin im Arrangement für Klaviertrio stehen dem Original an Spritzigkeit und Funkyness in nichts nach. Das einzige Werk für Klavier solo von Gershwin, der ein fantastischer Pianist war, gibt dem Programm eine zusätzliche Prise Jazz.


Eintritt frei, Spenden erbeten


Photos: Hasenfratz by Krüger, Broosch by privat, Sorour by Lambeck